RSS

Schlagwort-Archive: monster

Kais Filmtagebuch – „Sakuya – The Demon Slayer“ aka „Sakuya: yokaiden“ aka „Sakuya: Slayer Of Demons“ (Japan, 2000)

Kais Filmtagebuch – „Sakuya – The Demon Slayer“ aka „Sakuya: yokaiden“ aka „Sakuya: Slayer Of Demons“ (Japan, 2000)

Die japanische Filmindustrie kann vieles, aber am besten wohl Miniaturen zerstören und Monsteranzüge erschaffen. Das schöne ist ja, dass japanische Monster für westliche Augen so ungewöhnlich aussehen, weil sie aus einer für die meisten von uns ziemlich unbekannten Mythologie entstammen. Immerhin habe ich schon gelernt, dass die Welten der bösen Geister Fluch, Neid und Hass sind, somit also Welten,, die die Menschen überhaupt erst erschaffen. Aber naja…es geht hier ja nicht um Geister sondern um Monster (die Macher machen da einen Unterschied).

Im Japan des Jahres 1707 ist so einiges im argen. Das liegt vor allem daran, dass der Fujiyama ausgebrochen ist und Horden von Dämonen auf Japan losgelassen wurden. Zum Glück gibt es eine Familie von Dämonenjägern. Diese besitzt nämlich ein verfluchtes Schwert, welches zwar Dämonen mir nichts dir nichts vernichten kann, dafür aber auch immer ein wenig Lebensenergie des Trägers konsumiert (man kennt das ja aus diversen Videospielen). Der jetzige Schwertschwingmeister zerlegt gerade eine Hand voll Kappas (Flussgeister, sehen Schildkröten oft ähnlich), als ihm das letzte bisschen Lebenskraft ausgepresst wird. Nun sieht sich also Sakuya, einziger Nachkomme und somit Erbin des Schwertes, gezwungen, die Klinge zu ergreifen und dem restlichen Viehzeug zu Leibe zu Rücken. Nun, nicht allem, denn ein kleines Kappa-Kind erweicht ihr Herz und sie nimmt ihn auf um ihn fortan als ihren Bruder Taro zu erziehen.

Die Jahre ziehen ins Land und die Dämonenplage nimmt einfach kein ende, sondern wird zum Teil schlimmer. Es wird also der tollkühne Plan gefasst, zum Fujiyama zu reisen und dort für Ordnung zu sorgen, in der Hoffnung, das Unheil an der Wurzel bekämpfen zu können. Klar, dass ihr kleiner Bruder sie begleiten muss, auch wenn er von anderen Menschen ob seines mythologischen Ursprungs immer wieder angefeindet wird. Außerdem gesellen sich noch zwei gestandene Krieger zu dem Duo. Einer hat eine ausklappbare Armbrust am Arm, der andere kann sich in einen seelenlosen Stahlbolzen, eh, ich meine in einen Holzklotz verwandeln. Das bringt ihm sicher viele Vorteile, nur fällt mir keiner ein, der so richtig nützlich im Kampf gegen Dämonen wäre…

So geht jedenfalls die lustige Reise los. Unterwegs begegnet die Truppe noch ein paar hübschen Gestalten, wie einem gruseligen Puppenmacher. Dieser verwandelt zwar junge hübsche Mädchen in weniger hübsche Puppen, ist aber an sich kein Dämon. Die im selben Haus wohnende Oma dann aber schon, schließlich kann sie sich in ein mannhohes, angriffslustiges Katzenmonster verwandeln.

Später kann das Heldengrüppchen zwar in einer von lethargischen grauen Menschen bewohnten Stadt ein erfrischendes Bad nehmen, muss sich dann aber mit Geisterkriegern und Banditen herumschlagen.

Natürlich gibt es aber auch gute oder zumindest fröhliche Geister und Dämonen, die im Wald singen und tanzen (darunter auch der bekannte, unglaublich seltsame Schirmdämon).

Insgesamt wirkt das alles wie Episoden, in denen immer stärkere Gegner bekämpft werden müssen. Und wieder kommt Videospiel-Feeling auf. Letzten Endes begegnet man der Königin der Erdspinnen.

Diese möchte das genaue Gegenteil dessen, was unsere Helden zu erreichen suchen, nämlich die totale Monsterherrschaft. Zu diesem Zweck legt sie der Gruppe also nicht nur jede Menge monströse Steine in den Weg, sondern versucht auch einen Keil zwischen Bruder und Schwester zu treiben (in Form einer Musicaleinlage…das war unerwartet). Das funktioniert sogar so einigermaßen, jedenfalls treibt Taro (der nutzloseste Flussdämon aller Zeiten übrigens, er kann nämlich gar nicht schwimmen) Sakuya einen Dolch zwischen die Rippen. Aber ist ja nur ne Fleischwunde, nichts, was eine Dämonenjägerin von Rang und Namen aufhalten könnte, und so nimmt sie dennoch den Kampf gegen die mittlerweile mehrere Stockwerke große Erdspinnenkönigin auf (der übrigens erst im Verlauf des Kampfes widerliche riesige Spinnenbeine wachsen). Sakuya muss aber ordentlich einstecken, und gerade als alles verloren scheint, taucht Taro wieder auf, geläutert und auf magische Weise auf einmal fähig, schwimmen zu können. Vielleicht ist er aber auch nur sehr weit gesprungen, man weiß es nicht, da diese Kleinigkeit dem Zuschauer vorenthalten wird. Wie dem auch sei, er nimmt das verfluchte Schwert an sich, rammt es der riesigen, bösen Frau in die Stirn. Dies löst einen Skybeam (das, was auch am Ende einiger Marvel-Filme in den Himmel schießt) aus, der Fujiyama scheint geheilt und alle können sich nun in den Armen liegen.

Wie man merkt, gewinnt die Geschichte keine Originalitätspreise, bedient sie sich doch ebenso fleißig am japanischen Monster-Sammelsurium, wie an Fantasy-Klischees. Nicht selten fühlt man sich an einen Anime erinnert, und die episodenhafte Struktur sowie die Steigerung der Gegnerstärke (sowohl zahlen-, als auch kräftemäßig) lässt an ein Videospiel denken. So entsteht wenigstens nur ein Logikloch, über das man nur mit viel guten Willen hinwegsehen kann, und das wäre die Flussüberquerung von Taro. Gut, es ist nicht so sehr die Logik, die hier leidet, aber schon eine große Verwunderung darüber, dass man diese Szene, in der der kleine Kappa seine Unzulänglichkeiten überkommen muss, nicht zu sehen bekommt. Ich denke mal, da wurde dann das Geld knapp, denn als große Überraschung kann es ja wohl nicht geplant gewesen sein.

Bleibe ich doch eben bei Taro. Dieser ist die typische Figur des nervigen Kindes, wie man sie in (japanischen) Filmen für ein jüngeres Publikum häufig um die Ohre geschlagen bekommt. Gleichzeitig dient die Figur hier auch oftmals als comic-relief, begleitet von Zeichentrick-artigen Effekten. Und schließlich ist er auch noch der Dreh- und Angelpunkt der oberflächlich behandelten Frage, ob Dämonen und Menschen friedlich zusammen leben könnten. Shuichi Yamauchi kommt immerhin nicht ganz unsympathisch rüber.

Bei Sakuya fragte ich mich die ganze Zeit, warum sie das Dämonen-Kind überhaupt als ihren Bruder aufgenommen hat. Sonst hat sie jedenfalls keine Bedenken, wenn es darum geht, Monster zu metzeln. Nur gegen Menschen möchte sie nicht so wirklich mit ihrem verfluchten Schwert ran (dessen Deal mit dem Großvater mir auch nicht ganz klar ist…). Nozomi Ando macht ihre Arbeit ordentlich, vor allem wenn man bedenkt, dass sie anfangs zunächst lernen musste, wie sie ein Schwert zu ziehen habe. Nach Sakuya folgten noch weitere Genre-Rollen, unter anderem in einer Tomie-Verfilmung (nein, nicht diese) oder in einem weiteren Dämonenjäger-Film (allerdings nicht als Sakuya…und nicht als Hauptrolle).

Als Königin der Erdspinnen tritt Keiko Matsuzaka auf, eine Schauspielerin, die schon lange im japanischen Filmgeschäft tätig ist, deren Filme mir aber leider nur wenig bis nichts sagen. Hier hatte sie sicher einen ziemlich anstrengenden Job, schließlich musste sie für die Zeitlupenaufnahmen doppelt so schnell schauspielern. Und das in dem ziemlich beeindruckenden Kostüm. Dennoch scheint ihr es Spaß zu machen.

Kyusaku Shimada, der den Armbrust-Kämpfer spielt, passt optisch gut in die Rolle und hat sich auch schon einmal in einen Tomie-Film verirrt.

Der wahre Star dieses Filmes sind aber die Kostüme und Kreaturen. Die sind alle sehr liebevoll und in Handarbeit gestaltet, auf Computertricksereien wird nur im Notfall zurückgegriffen (zum Beispiel beim Skybeam am Ende). Das merkt man, und das gibt Pluspunkte. Da stört es mich nicht einmal so sehr, dass die Kämpfe Mensch gegen Monster ob der eingeschränkten Bewegungsfähigkeit der Kostümierten relativ unspektakulär aussehen, auch wenn ich zugeben muss, dass es zwischendurch deswegen zu kleinen Längen kommt, weil das Dargebotene nicht so interessant ist, wie die Auseinandersetzung auf dem Papier zu versprechen scheint. Das einzige Kostüm, bei dem ich mir immer noch nicht sicher bin, ob es großartig ist, oder Augenkrebs auslöst, ist das von Sakuyas Vater. Das wirkt sehr…befremdlich. Und dieser seltsame Schirmdämon ist auch…speziell. Andererseits, wie will man so ein Getier sonst zeigen? Gut, ‚gar nicht‘ wäre eine akzeptable Antwort. Die Macher sind so überzeugt von ihren Puppen, dass sie sogar ne Krähenpuppe statt einer Echten auffahren.

Wie es sich für einen anständigen Monsterfilm aus Japan gehört, gibt es auch ein schickes Set, welches die Erbauer scheinbar mit Freude in die Luft jagten. Zumindest vermeint das Regisseur Tomoo Haraguchi bei diesen zu erkennen. Dieser scheint ein Gefallen an Monster- und Dämonenjäger-Filmen zu haben, hat er doch noch einen mit einem Werwolf als Monstertöter, oder einen mit dem schönen Titel „Death Kappa“ im Portfolio. Seine Ursprünge in der Spezialeffekte-Ecke kann er nicht verbergen.

Die Stimmung ist für einen eher an ein jüngeres Publikum gerichteten Film oft ziemlich düster. Vor allem die Darstellung des Puppenmachers und des Dorfes, in der die Helden auf die Geisterkrieger treffen könnte Stoffe für angenehme Träume sein. Ich finde das gut.

„Sakuya – The Demon Slayer“ könnte allen gefallen, die auch schon „Inu Yasha“ und Konsorten mochten, oder eine Schwäche für handgemachte Effekte und Gummimonster haben. Einer der Kreaturendesigner nannte den Film einen „Historienfilm mit Monstern, quasi Fantasy“.

 

Als Schmankerl noch der Kampf mit den untoten Kriegern.

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - Juli 24, 2019 in Filmtagebuch

 

Schlagwörter: , , , , , , , ,

Kais Filmtagebuch – „Sector 7“ (Südkorea, 2011)

Kais Filmtagebuch – „Sector 7“ (Südkorea, 2011)

Manche Vormittage sind wie geschaffen für einen kurzweiligen, leicht bekömmlichen Film. Am besten eignen sich dafür Werke, die einen emotional nicht so sehr mitreißen, dass man den ganzen restlichen Tag schlecht gelaunt ist. Wie gut, dass ich dann auf die umfangreichen Stapel ungesehener DVDs zurückgreifen kann. In diesem Fall habe ich also einen koreanischen Monsterfilm ausgewählt, der mir freundlichst zugewichtelt wurde.

Es ist 1985, und wir befinden uns in der südkoreanischen See. Ein Taucher taucht gerade hinab um den Bohrkopf einer Bohrinsel zu inspizieren. Auf einmal tun sich Risse zu seinen Füßen auf und aus diesen schwimmen niedliche kleine Lebewesen. Zunächst freut sich der Taucher, doch dann schreit er nur noch und es wird abgeblendet.
Im Jahre 2011 befinden wir uns wieder auf derselben Plattform. Eine Gruppe junger dynamischer Arbeiter und Ingenieure versuchen irgendein Problem zu beheben. Alles ist sehr dramatisch, scheinbar ist der Druck zu groß. Ich weiß es nicht genau, bin da ja auch nicht vom Fach. Aber unter größten Anstrengungen schaffen sie es, was auch immer zu schaffen ist und es herrscht wieder gute Laune.
Im Labor der Bohrinsel hingegen nicht, denn auch dieser Versuch auf Erdöl zu stoßen ist gescheitert. Man überlegt, die Sache abzublasen und Sector 7 aufzugeben. Da stürmt unsere Heldin herein, Dickschädel genannt, und dabei bleibe ich auch, weil Hae-Joon weniger einprägsam ist. Dickschädel weist jegliche Kritik am neuerlichen Fehlschlag von sich (scheinbar ist sie für die Ortung ertragreicher Stellen verantwortlich)und kontert mit „Bohren wir nach Erdöl oder nach Speiseöl? Ihr Jungs habt einfach keine Geduld!“. Ganz klar eine kleine Zitatperle. Dennoch überzeugt das den Kapitän, oder Chefverantwortlichen nicht. Dennoch beharrt sie darauf, dass sie Öl finden wird. Bevor sie noch handgreiflich werden kann (auch wenn es nicht so aussieht, aber das Script schreibt es wohl vor) zerrt ihr langhaariger Freund sie nach draußen. Daraufhin lässt der Doc der Unternehmung es sich nicht nehmen, seine eigenen Weisheiten an den Zuschauer zu bringen. „Wenn Dickschädel hier wirklich Öl findet wird sie damit Suppe kochen und die dann auslöffeln, oder?“. Ich weiß ja nicht, ob das im koreanischen Original irgendeinen Sinn macht, ich finde es erheiternd.
Unterdessen wird der Schussel der Truppe von demjenigen runter gemacht, der von diesem beinahe ein Rohr auf den Schädel bekommen hätte. Dazu gesellt sich der Spinner (und comic relief schätze ich). Als ein wenig Flüssigkeit aus dem Bohrloch blubbert und sich der Schussel schon über Öl freut, entdecken die drei eines der kleinen Tierchen aus dem Vorspann in dem Wasser. Die Wissenschaftlerin erklärt ihnen, nachdem sie die Tierchen in einen Tank gesteckt hat, dass es sich um Wesen eines chemosynthetischen Umfelds handelt, im Gegensatz zum fotosynthetischen das wir hier an der Oberfläche haben. Das heißt, diese Lebewesen gewinnen ihre Energie der chemischen Zusammensetzung ihres Umfelds, wie zum Beispiel auch die Schwefelbakterien, die an den Rändern unterseeischer Vulkanschlote leben. Jedenfalls betritt während dieser Erklärung das letzte fehlende Crewmitglied, Chi-soon, den Raum und schnappt sich eines der Tierchen, um es sich genauer anzusehen. Dabei wird er natürlich gebissen, beziehungsweise von der herausschnellenden Zunge verletzt, der Depp.
Abends wird die ganze Mannschaft auf die Brücke gerufen. Dort teilt ihnen der Chef mit, dass die Firma, die hinter den Bohrversuchen steht, das Unternehmen abgeblasen hat. Dickschädel weigert sich zu gehen und möchte alleine auf der Bohrinsel bleiben und weiter bohren. Als sie jedoch hört, dass Jeong-man kommen soll um den Abzug zu leiten, ist sie wieder guter Dinge. Offenbar kennt sie ihn und meint ihn zum weiter bohren bewegen zu können.
Kaum gesagt, schon getan, am nächsten Tag bringt ein Hubschrauber besagten Jeong-man auf die Plattform und wird überschwänglich von Dickschädel begrüßt. Jeong-man ist scheinbar ein erfahrener Bohrmeister und ehemaliger Leiter des Teams. Es ist wieder Abend und es gibt ein kleines Fest. Dickschädel enthüllt Jeong-man den Grund, warum sie unbedingt in Sector 7 weiter bohren möchte. Ihr Vater war nämlich der Verunglückte am Anfang und sie würde ihn ungern im Stich lassen. Außerdem ist sie wirklich überzeugt davon, dass es Öl gibt. Jeong-man lässt sich weich kochen und schlägt bei der Firma noch einige Monate der weiteren Versuche heraus. Der Kapitän ist natürlich nicht begeistert, aber einige gute Worte Jeong-mans bringen auch ihn dazu, gute Miene zum öligen Spiel zu machen. Die Crew jedenfalls ist begeistert und startet die neuen Ölbohrversuche mit einigem Tamtam und bohrinselschen Traditionen.
Als nächstes folgt eine kleine Bohr-Montage und scheinbar ist es von Erfolg gekrönt. Alle haben gute Laune, und während die einen sich mit Tontauben-Schießen die Zeit vertreiben, fahren Dickschädel und ihr langhaariger Freund mit Motorrädern auf der Bohrinsel um die Wette..öhm…ja. Jedenfalls verliert unsere Heldin das Rennen.
Eine Gestalt im Schutzanzug betritt einen Raum und betrachtet einen zerbrochenen Glaskasten.
Da eine Bohrinsel ja schließlich nicht nur ein Spielplatz ist, müssen Dickschädel und Schussel einen Tauchgang wagen und den Bohrer nach auszubessernden Stellen absuchen. Dabei werden sie von Seilen gehalten, damit sie nicht zu tief abtauchen. Dummerweise sind die Windenbeauftragten kurzzeitig von anderen Reparaturen abgelenkt und so bekommen sie nicht mit, dass etwas Schussels Winde zur Seite stößt und dieser in der Tiefe versinkt. Als sie anfangen zu ziehen ist es schon zu spät, Schussels Seil ist gerissen (so macht es denn Anschein) und er versinkt in tiefste Tiefen. Nur noch Dickschädel kann nach oben gezogen werden, diese verliert aber auf Grund eines Stromschlages das Bewusstsein. Sie hat einen Traum von Quallen und vom toten Schussel und erwacht auf der Krankenstation.
Später an ihrem Krankenbett möchte die Wissenschaftlerin wohl über etwas mit ihr reden, doch wird sie vom langhaarigen Freund unterbrochen und verzieht sich lieber. Dickschädel setzt sich später in den Kran, wohl um Schussels Fotos einzusammeln, die er dort platziert hatte, als plötzlich die Wissenschaftlerin auf das Kranhäuschen fällt. Selbstmord ist der Grund der schnell gefunden wird, nur Dickschädel möchte natürlich nicht daran glauben und lieber die Polizei rufen. Alle halten das für unnötig, bis der Arzt Sperma an der Leiche findet (oder etwas, das er für Sperma hält). Die Crewmitglieder verdächtigen sofort Chi-soon, da dieser scheinbar ein Interesse an der Wissenschaftlerin hatte. Ohne nachschauen hätte ich aber keine Ahnung gehabt, wer denn jetzt dieser Chi-soon ist, und diese Ambitionen von ihm werden nur vom Spinner während der Chemosynthese-Szene erwähnt, ohne dass Chi-soon selber irgendwelche Andeutungen gemacht hätte. Egal, allgemeiner Tenor ist, dass er sie umgebracht hat, weil sie nicht wollte wie er. So wird er verprügelt und irgendwo eingesperrt.
Dickschädel glaubt da nicht so recht daran und schaut sich in ihrem Labor um, ob sie da nicht Hinweise auf ihren Mörder findet. Dort findet sie zunächst nur eine Maus, die sie aus einem Schrank heraus anspringt, völlig natürliches Verhalten für solche Tiere. Gibt es auf Bohrinseln überhaupt Mäuse und Ratten? Naja, die finden ja immer einen Weg. Dann entdeckt Dickschädel noch Schleim auf einem Rohr.
Während Dickschädel noch weiter durch die Insel schleicht und Silhouetten sieht, wird der Arzt von irgendwas blutspritzig gemordet. Der Kapitän entdeckt den toten Doc und bald schon trifft die Restliche Crew im medizinischen Quartier ein. Chi-soon wird vom Spinner auch für diesen Mord verantwortlich gemacht, vor allem, da die Leiche der Wissenschaftlerin ebenfalls verschwunden ist. Nur Jeong-man hat Zweifel. Nichtsdestotrotz mach man sich auf ins Öllager, wo der Verdächtige eingesperrt wurde. Dort finden sie ihn auch, allerdings in einem völlig aufgelösten, verwundeten und psychisch labilen Zustand. Er warnt die anderen vor einem Monster und rennt davon. Auf der Suche nach ihm teilen sich die Verfolgenden in zwei Zweiergrüppchen. Dickschädel und ihr Schatzie scheinen auf der richtigen Spur zu sein, bekommen sie doch auch eine kurze Rückansicht des Monsters zu sehen. Und kurz nachdem der verwirrte Verdächtige nur mit einer Axt bewaffnet der Cgi-Kreatur gegenüber stand, die übrigens sehr pummelig und behäbig wirkt, entdeckt das Dickschädelpärchen das schleimige Nest des Monsters, wo es die Leichen hinbringt, vermutlich um später am Abend herzhaft hineinzubeißen.
Die anderen sind in der Kommandozentrale und müssen feststellen, dass ein Kontakt mit der Außenwelt zur Zeit nicht herzustellen ist. Dickschädel plus Anhang kommen und erzählen den anderen von dem Monster. Schnell bewaffnet man sich mit einem Gewehr und einem Harpunengewehr und geht auf Monsterjagd. Bis auf den Spinner und seinen Kumpel (der das Rohr beinahe auf den Dez bekommen hätte). Dann jedoch entschließen sie sich doch, mitzugehen und erschrecken die anderen erst mal gehörig (aus Versehen). Da die beiden eine Ewigkeit brauchen um durch einen Gang zu den anderen zu kommen, taucht hinter ihnen natürlich das Monster auf. Dummerweise sind die Kisten, die neben ihnen stehen im Weg. Also statt wegzurennen, oder die Kisten aus dem Weg zu schieben, fängt der Spinner an wie wild zu klatschen. Vielleicht hat das im koreanischen einen Sinn und „Kiste wegschieben“ ist das gleiche wie „in die Hände klatschen“, so ist das eine unglaublich furchtbar dämliche Szene.
Dank der geballten Feuerkraft kommen die beiden aber noch einmal davon. Und dank der Idee Jeong-mans das Tier anzuzünden. Es fängt nämlich sofort lodernd zu brennen an. Unsere Heldengruppe nutzt die Zeit um wegzurennen und kann eines Fahrstuhls sei Dank wieder zu Atem kommen, allerdings nicht ohne noch Bekanntschaft mit der gefährlichen Zunge des Monsters zu machen.
Zeit um Wunden zu versorgen und Fragen zu klären. Dem Kapitän ist nämlich aufgefallen, dass Jeong-mans Idee mit dem Feuerzeug nicht spontan war und das Feuerzeug der toten Wissenschaftlerin gehörte. Also Zeit für ein bisschen Erklärung. Diese kleinen fischartigen Wesen stellen einen unglaublich hochwertigen Brennstoff dar. Ein so ein Tierchen brennt für 24 Stunden bei hoher Temperatur. Dickschädels Vater war vor zwanzig Jahren (mit Mathe haben die Koreaner es offenbar nicht so) mit Jeong-man gemeinsam an ihrer Entdeckung beteiligt, doch es gab einen Unfall und der Vater war nicht mehr. Daraufhin wurden die Bohrungen erst einmal eingestellt. Erst als die Bohrung wieder aufgenommen wurde, hatte die Wissenschaftlerin de Auftrag bekommen, wieder mit der Zucht der Tiere anzufangen. Darum wusste sie auch so schnell Bescheid über die Tierchen. Doch scheinbar haben die beiden sich nicht nur mit der Zucht begnügt, sondern es auch noch zu optimieren versucht, und ein Riesenvieh geschaffen (das ist übrigens meine eigene Überlegung, es wird im Film nicht erklärt, warum das eine so groß ist). Wie es eben der Fall ist, konnte das große Tier entkommen. Die Wissenschaftlerin wollte die anderen warnen, doch Jeong-man war nicht einer Meinung mit ihr. In einem kurzen Handgerangel fällt die Wissenschaftlerin vom Dach. Da ist vieles nicht gut gelaufen.
Bevor es zu noch mehr overactingendem Drama kommen kann bricht das Monster durch das Fenster und packt Jeong-man am Bein. Die anderen fliehen, der Fluchtplan besteht nur darin, mit dem Tiefseetauchboot der Bohrinsel zu entkommen. Dafür muss nur irgendwas mit dem Strom gemacht werden („die Triebkraft für das Tauchboot einschalten“), weshalb Dickschädel und ihr Freund sich wieder einmal von der Gruppe absetzen. Die beiden werden sich nur mit Schleim auseinandersetzen müssen.
Der Kapitän, der Spinner und sein Rohrkopf-Freund sind also auf dem Weg zum Tauchboot. Dabei werden sie natürlich vom Monster gestellt. Der Kapitän lässt die anderen beiden zurück und rennt alleine zum Boot, der Spinner und sein Kumpel werden nach einigem lass-mich-zurück-Drama Monsterfutter, unter anderem Dank Zunge-durch-den-Schädel-Gebohre. Das hilft dem Kapitän aber auch nicht viel, das Monster kann natürlich schwimmen und indem kleinen Boot sitzt der Kerl wie auf einem Präsentierteller. Das Monster sieht übrigens immer noch furchtbar plump aus.
Tja, nun sitzen Dickschädel und ihr Freund da und zu allem Übel schält Jeong-man, der noch ein wenig lebt, den Selbstzerstörungsmechanismus der Bohrinsel an (offenbar eine James Bond-Superschurken-Bohrinsel). 10 Minuten Zeit ist noch bis zur Sprengung und Dickschädel kann den Countdown nicht stoppen.
Unterdessen gibt Jeong-man dem Monster auf der Hubschrauberlandeplattform mit dem Flammenwerfer ordentlich Zunder. Dabei wundert es mich, wie schnell das Monster erlischt, ist vielleicht doch nicht so super brennbar. Dickschädel und Freund kommen dazu und können noch beobachten wie Jeong-man das Tier doch vollständig in Flammen hüllt, wobei er sich doch selbst opfert. Natürlich ist die Gute zu doof um aus dem Weg zu gehen und muss von ihrem Freund zur Seite gestoßen werden, um nicht vom Monster, dass über die Reling springen will mitgerissen zu werden. Dummerweise wird jetzt aber der Freund mitgerissen, doch zum Glück kann er sich an einem Seil festhalten, welches Dickschädel zum Glück an das nahe gelegene Motorrad binden kann und ihn so schnell und fast sicher hochziehen kann. Schön, dass der Freund dann noch ein bisschen mit dem Rücken zum Abgrund stehen bleibt, und das Untier ihn dennoch klischeehaft verspeisen kann. Naja, erst nach ein wenig Gerangel, aber Dickschädel nutzt die Zeit natürlich nicht um wegzulaufen, wie es ihr befohlen wird. Und hey, die Feuerkur hat dem Tier ganz gut getan, es sieht jetzt rank und schlank aus, wirkt wendiger und schneller und hat 8 Beine. Dickschädel fährt ein bisschen mit dem Motorrad davon, und als das nicht mehr geht, gelingt es ihr, dem Monster den Bohrkopf auf den Schädel zu schmeißen, also mit Hilfe des Krans natürlich. Und weil der nicht-fossile Brennstoff noch immer lebt, muss sie den Bohrer auch noch anschalten, um im Cgi-Blutregen das Ende des Monsters zu feiern. Achso ja, mit dem Motorrad fährt sie noch von der Plattform ins Wasser, da diese ja explodiert.
Gerettet wird sie dann, und so kann sie einige Zeit später die Bohrinsel wieder in Betrieb nehmen. Und, wie man beim letzten Bild bemerkt, offenbar war sie mit ihrer Suche erfolgreich, denn im Sector 7 stehen mittlerweile mehrere Bohrinseln. Glückwunsch!

Uh, die Zusammenfassung ist doch ein wenig länger geraten als geplant und nimmt einiges vorweg. Dennoch gibt es noch ein, zwei Punkte, zu denen ich gerne noch etwas mehr sagen würde.

Was ist das Herz und die Seele eines jeden Monsterfilms? Ganz genau, das Monster. Sei es eines, welches man nicht, oder nur kaum zu sehen bekommt (siehe Alien) oder eines, welches prominent ins Bild gesetzt wird (siehe Godzilla),ein Monster muss ein gewisses Auftreten und ein Mindestmaß an Persönlichkeit mitbringen, damit es richtig funktionieren kann (schnell, intelligent, tödlich im ersten Fall, alles niederreißend, seinen Platz beanspruchend, Menschen weitestgehend ignorierend im zweiten, ganz grob gesagt). Leider ist das Sector 7-Monster eines der Sorte, das dies alles nicht hat. In der ersten Form sieht es, wie gesagt, nur plump, behäbig und nicht wirklich gefährlich aus. Gut, es hat eine spitze Zunge (höhö), aber das war es dann auch schon. Passend dazu dann auch all die Ungereimtheiten. Warum ist dieses Fischwesen so groß? Warum sammelt es die Leichen seiner Opfer an einer bestimmten Stelle der Bohrinsel? Und was will es denn mit diesen, es ernährt sich doch chemosynthetisch? Und wenn diese Viecher so ein toller Brennstoff sind, warum erlischt das Untier dann immer wieder so schnell? Immerhin gewinnt es in seiner zweiten, abgespeckten Version an Geschwindigkeit, und somit auch an Bedrohlichkeit, so dass das Finale nicht furchtbar langweilig ist.

Das Monster ist nicht das einzige in diese Film, was Fragen aufwirft. So scheinen mir die Sicherheitsbestimmungen auf dieser Bohrinsel doch äußerst lax zu sein, denn anders kann ich es mir nicht erklären, dass es völlig in Ordnung ist, wenn da Leute Motorradrennen darauf fahren. Oder dass man überhaupt erst seine Motorräder mitnehmen darf. Und warum hat die Insel eine Selbstzerstörungsfunktion?

Dann ist da noch die Tatsache, dass darauf verzichtet wird, den Schussel zu retten, der mit seinem Taucheranzug im mehr versinkt. Man hatte augenscheinlich schon 1985 die Möglichkeit bis zum Meeresgrund zu tauchen, also hätte man auch problemlos versuchen können, den armen Jungen wieder zu bergen. Die Kollegialität scheint unter den Crew-Mitgliedern ohnehin nicht so hoch zu sein, wird Chi-Soon ja sofort der Vergewaltigung und des Mordes für schuldig befunden. Dass ausgerechnet die Asiaten den Selbstmord so schnell vom Tisch fegen wundert mich schon etwas.

Ach ja, 1985 plus 20 ist natürlich 2005, ich habe es nachgerechnet mit verschiedenen Taschenrechnern.

Als letztes zum Drehbuch sei noch angemerkt, dass man eine Pro-Erdöl-Botschaft hinein lesen kann. Schließlich ist das Monster, dass alle umbringt, eine alternative und regenerative Energiequelle, und der Schurke des Films derjenige, der diese nutzen will. Das Unheil wird nur dank des Bohrers abgewendet, und die Leute, die nach Erdöl bohren sind unermüdlich, tapfer und stark. Es besteht natürlich die vage Möglichkeit, dass sich die Filmemacher dabei nichts gedacht haben, aber ich wäre nicht überrascht, unter den Sponsoren des Films eine südkoreanische Benzinfirma zu finden.

Der Cast des Films setzt sich aus verschiedenen koreanischen Jungschauspielern zusammen, die außerhalb Südkoreas vermutlich nur wenige kennen. Die meisten haben auch mit dem Drehbuchautoren und dem Regisseur an anderen Filmen zusammen gearbeitet. Immerhin ist mit Sung-kee Ahn auch ein richtig erfahrener Mann mit an Bord, steht er doch schon seit 1957 vor der Kamera.

Hauptdarstellerin Ji-woon Ha sollte man zu Gute halten, dass sie ihre Motorradstunts selbst erledigte. Ansonsten wird bei ihr gerne mal die ganz große Gefühlspalette ausgepackt, oder sie scheint es zumindest zu glauben.

Für den Regisseur Ji-hoon Kim stellt „Sector 7“ immerhin den dritten abendfüllenden Film dar. Die Kritiken vor allem an den Computereffekten nahm er sich angeblich sehr zu Herzen und legte sich für seinen nachfolgenden Film „The Tower – Tödliches Inferno“ mächtig ins Zeug. Es scheint sich gelohnt zu haben, immerhin hat das Werk das zweithöchste Einspielergebnis am Eröffnungstag erzielt in der Geschichte des südkoreanischen Kinos.

Die Musik dudelt belanglos vor sich hin. Und was auf die Musik zutrifft, trifft eigentlich auch auf den gesamten Film zu. Er dudelt belanglos vor sich hin. Wären da nicht ein paar seltsame Einfälle, oder mögliche Übersetzungsverrenkungen, der Film wäre total vergessenswert. So ist er es nur zum größten Teil. Er unterhält leider nicht die gesamte Laufzeit über.

 
3 Kommentare

Verfasst von - Mai 26, 2015 in Filmtagebuch

 

Schlagwörter: , , , , , , , ,

Kais Filmtagebuch, „Feast“ (USA 2005)

Kais Filmtagebuch, „Feast“ (USA 2005)

Es wird mal wieder Zeit für ein etwas längeres Filmtagebuch. Darum hab ich mal tief in die Kiste gegriffen und eines gefunden, das bislang nur auf dem Gesichtsbuch zu lesen war. Nehmt also „Feast“, einen lecker schleimigen Film mit Viehzeug.

„Feast“ beginnt zunächst mit einer Aufnahme eines Mannes, der ein knochiges etwas mit einer Schaufel beiseite räumt. Im Prinzip kann man das aber gleich wieder vergessen, da das nicht viel mit dem restlichen Film zu tun hat (Ja, der Typ ist der Chef der Bar, und man erhascht auch einen Blick auf die Örtlichkeit, in der sich dieser Film abspielt, aber da der Barbesitzer das Ganze nicht überleben wird, muß das ja wohl vor der Handlung passieren. Vielleicht räumt er ja einfach mal auf…). Der Film beginnt nämlich eigentlich erst mit der nächsten Szene, in der ein Auto irgendetwas rammt. Und auch das stimmt nicht. Der Film beginnt nämlich eigentlich erst jetzt, indem wir miterleben dürfen, wie Bozo, ein echter Unsympath, die Truckerbar betritt. Somit werden uns dann auch gleich alle Bargäste mit einem kurzen Insert (Bezeichnung, Beruf/Talent und voraussichtliche Lebenserwartung) vorgestellt und man bemerkt, dass das ein Film ist, der sich nicht sonderlich ernst nimmt. Das hatte ich zwar anhand des Filmplakats nicht erwartet, aber man ist ja für alles offen. Während also die Gäste dem typischen Bar-Tätigkeiten nachgehen, und der Besitzer im oberen Stock die alleinerziehende Kellnerin Tuffy (den sie ist so „taff“) durchnimmt, alldieweil ihr Kurzer im Nebenzimmer mit Kopfhörern Fern sieht (vermutlich verdient sie sich damit ein bisschen Extrageld, des Spaßes wegen macht sie es jedenfalls nicht), stürmt auf einmal ein recht aufgebracht wirkender Typ, kurz „Held“, die Bar. „Held“ wedelt mit dem Kopf irgendeines Wesens herum und macht alle verrückt, dass die gleich kommen werden und man sich daher verbarrikadieren müßte. Natürlich wird das Ganze zunächst nicht ernst genommen, auch wenn der Monsterkopf schon recht eklig aussieht. Hätte man mal auf „Held“ gehört, so aber wird der Barraum von Monstern gestürmt, und ungefähr dreiviertel der Gäste werden gewaltsam gemeuchelt. Schön, dass man sich nicht an die vorgegebenen Lebenserwartungen hält, auch vor „Held“ wird kein Halt gemacht. Das war ja ein kurzer Auftritt.

Nachdem man ein Monster in die Kühltruhe gesperrt hat, und sich die restlichen Monster erst mal wieder zurückgezogen haben, kommt eine zweite, diesmal weibliche Person in die Bar gestürmt. Ja, es ist „Heldin“, die Frau von „Held“. Sie nimmt dessen Ableben relativ gefasst auf (kein Wunder, so gut kann es bei den beiden ja auch nicht laufen. Immerhin wollte „Held“ sich verbarrikadieren ohne auf sie zu warten). Der Besitzer und Tuffy, mittlerweile auch im Gastraum angekommen, und auch die anderen Gäste werden nun darüber informiert, woher „Heldin“ und „Held“ so viel über die Monster wissen. Naja, eigentlich wissen die auch nicht so viel, die haben nur eines überfahren (das Auto am Anfang) und konnten sich bis zu der Bar durchschlagen. Glücklicherweise haben ja alle Amerikaner immer und überall Waffen dabei, sodass sie dabei den Monstern nicht wehrlos gegenüber stehen mußten. Tuffy fällt nun ein, dass sie ja ihren Sohn in den Schrank gesteckt hatte (ein Versteck ob des Kampfeslärms), und beeilt sich nun in den ersten Stock. Dort kommt sie gerade noch rechtzeitig an, um zu sehen, wie eines der Monster einen kleinen Kinderriegel zu sich nimmt. Übrig vom Sohnemann bleibt nur ein Schuh. Der Film verarbeitet seine Protagonisten ja wirklich schnell.

Ab jetzt beginnt ein kleines Katz und Maus-Spiel. Die in der Bar Gefangenen haben eine mal mehr mal weniger doofe Idee, und die Monster nehmen mal mehr mal weniger Schaden. Die Highlights sind definitiv das nach draußen schmeißen eines Monsterkadavers, um sich Respekt zu verschaffen (dumm nur, dass die Viecher das eher wütend macht, zumal es ihr Nachkömmling gewesen zu sein scheint), oder das Präparieren einer menschlichen Leiche zu einer Bombe (auf technisch bedenkliche Art und Weise), die doch nicht so tot ist und von einem kleineren Monster vor der Explosion Mund-vergewaltigt wird. Ja, genau das, wonach es sich anhört. Das sollte übrigen ein Ablenkungsmanöver sein für zwei andere, die währenddessen nach draußen stürmen und ein Auto kapern sollten. Intelligenterweise warten die beiden, bis die Explosion vorüber ist, womit das mit der Ablenkung auch nicht mehr so gut funktionieren dürfte. Folglich segnen die Beiden das Zeitliche (übrigens Abgang „Heldin“. Glücklicherweise haben wir noch Tuffy, die jetzt als „Heldin2“ in den Büchern geführt wird).

Schließlich kommt es zum großen Showdown, infolgedessen die blonde und daher recht doofe Kellnerin einen Truck erobern kann. Pech für die Anderen, dass sie damit alleine das Weite sucht und ihre Mitmenschen im Stich lässt. Vielleicht ist sie ja doch nicht so doof, denn sie scheint damit durch zu kommen. Jedenfalls wird nirgends gezeigt, ob und wie sie den Monstern nochmals begegnet. Die letzten Vier, „Heldin2“, Bozo, „Hot Wheels“, der im Rollstuhl sitzt und „Bartender“ erwehren sich der Monsterhorde überraschend erfolgreich. Bartender stirbt zum Beispiel an einem Herzinfarkt und nicht an einem Monsterbiss.

Ende gut, alles gut, die letzten drei haben mit Anbruch des nächsten Tages alle Monster getötet oder verjagt und machen sich auf den Weg, um die Tochter der toten „Heldin“ bei ihrer Großmutter zu besuchen.

Eines kann man „Feast“ wirklich nicht vorwerfen, und das ist Langeweile.  Dadurch, dass die meisten Charaktere schon durch ihre Namen die ihnen zu stehende Rolle bekommen, werden ausufernde Darlegungen der Figuren und ihrer Hintergründe unnötig und man kann sofort mit der Monsteraction beginnen. Das spart Zeit und man muß sich nicht zum 100ten Mal die Geschichten anhören, die man schon aus unzähligen anderen Filmen kennt.  Dennoch schafft es der Film den Zuschauer zu überraschen, indem Filmklischees sowohl ignoriert als auch eingehalten werden. Der Schwarze stirbt natürlich als einer der ersten, aber eben auch das Kind. Außerdem werden im Laufe der Handlung zwei „Helden“ verschlissen, und es überleben Leute, denen weisgesagt wurde, nicht bis zum Anbruch des nächsten Tages durchzuhalten. Es gibt auch kleine Charakterentwicklungen. Bozo zum Beispiel wird nach seinem ersten Monsternahtoderlebnis richtig vernünftig und kümmert sich auch um seinen Bruder (den im Rollstuhl).

Der Humor kommt ebenfalls nicht zu kurz. Die kleinen Inserts zur Charaktereinführung machen da einen guten Anfang. Aber auch die Dialoge sind gut gelungen, sowie Irrwitzige Situationen. Die Motivationsrede eines Personal Trainers etwa, oder die Alte am Tresen, die eigentlich nur dasitzt und weitertrinkt.

Untermalt wird alles von gekonnt ausgewählter Rockmusik, die in einem Bikerfilm nicht schlechter aufgehoben wäre.

Die Monster sind in einem Monsterfilm ja das wichtigste, und da schneidet „Feast“ ziemlich gut ab. Die Monster kleiden sich mit Tierhäuten und Schädeln, und sehen ohne dieses hübsche, ungewöhnliche Outfit wirklich eklig aus. Auch die Splattereffekte können sich sehen lassen.

Schauspielerisch hervorzuheben wären Navi Rawat, die als „Heldin“ vor allem die ersten zweidrittel des Films als zentrale Figur bestimmt. Sie spielt die Rolle genauso wie man sie erwartet, als knallharte Heldin, die den Verlust ihres Mannes zwar bedauert, aber dennoch weitermacht, getragen von einem ungeheuer großen Überlebensinstinkt. Allgemein bekannt dürfte sie wohl aus verschiedenen TV-Serien sein, wie „Numb3rs“, „O.C.California“ oder einer „24“-Staffel.

Balthazar Getty, der den Bozo spielt, bringt genügend Glaubwürdigkeit in seinen kleinen Charaktertwist vom vollkommenen Arsch zum halbblöden Sympathieträger. Auch er ist ein TV-Serien-Veteran, mit Rollen in „Brothers and Sisters“, „Alias“ und „Charmed“. Immerhin spielt er noch in „Herr der Fliegen“ den Ralph. Ich weiß nur nicht, wer das ist.

Bleibt noch Krista Allen zu erwähnen, die taffe Tuffy, bzw. „Heldin2“. Sie übernimmt irgendwann den Heldinnenpart und bringt das deutlich überzeugender als den der trauernden Mutter. Na gut, als Trauernde wird sie nicht so oft gezeigt. Geneigte und anspruchsvolle Filmkenner haben sie vielleicht in einem ihren 8 (in Worten: acht!!) Emmanuelle-Filme gesehen. Diese wurden übrigens allesamt 1994 gedreht, bzw. veröffentlicht. Weniger anspruchsvolle Filmkenner haben sie möglicherweise in Baywatch bewundert (Jenna Avid, sie war nur eine Staffel lang dabei).

Der relativ hohe Bekanntheitsgrad des Films resultiert aber nicht aus ehemaligen Emmanuelle-Darstellerinnen, oder aus der Tatsache, dass der Regisseur noch zwei Fortsetzungen drehte (mittlerweile auch noch „Piranha 3DD“), sondern daher, dass Matt Damon, Ben Affleck und Wes Craven als Produzenten fungierten. „Feast“ ist nämlich das Produkt der dritten Project Greenlight-Season, eine amerikanische Serie, in der Amateurfilmemacher ihre Drehbücher, Filmideen, etc. einreichen konnten und im Laufe einer Staffel dann ein Sieger gekürt wurde. Dieser bekam dann finanzielle und technische Unterstützung, um sein Projekt zu verwirklichen. Schade, dass die Serie nach der dritten Season nicht mehr fortgeführt wurde, da wären sicherlich noch weitere interessante Filme dabei herausgekommen. Wer die beiden ersten Gewinner anschauen möchte, sollte sich auf die Suche nach „Stolen Summer“ und „The Battle of Shaker Heights“ machen. Im zweiten spielen immerhin richtig bekannte Leute wie Shia LaBeouf und Amy Smart mit.

„Feast“ jedenfalls ist ein netter kleiner Monsterfilm, mit teilweise ekligen Szenen und einer gehörigen Portion Humor. Das ist vielleicht kein weltbewegender oder Kinogeschichte schreibender Film, aber definitiv einer, der viel Spaß macht und nicht langweilt.

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - Oktober 27, 2013 in Filmtagebuch

 

Schlagwörter: , , , , , , , ,

Kais Filmtagebuch, „Creepozoids – Angriff der Mutanten“ (USA, 1987)

Kais Filmtagebuch, „Creepozoids – Angriff der Mutanten“ (USA, 1987)

Es gibt Titel, die lassen schon vom bloßen Hören vermuten, dass sich der danach abspielende Film in das Genre des kulturellen Klassikers stecken lässt. „Creepozoids“ gehört allerdings nicht in diese illustre Runde. Man stellt sich eher darauf ein, dass eine Horde Mutanten über eine Horde Menschen herfällt und alles und jeden vollsabbert. Und bemerkt man dann noch, dass Linnea Quigley, Scream Queen par Exellance mitspielt, dann kann der Film doch gar nicht schlecht sein, oder? ODER?

Die Anfangssequenz führt uns in ein Labor, in dem eine Wissenschaftlerin an irgendeinem Experiment herumwerkelt. Unterbrochen wird sie nur regelmäßig von seltsamen Geräuschen vor der Tür. Jedes Mal blickt sie auf, jedes Mal fragt sie, wer da sei. Doch statt nachzusehen, geht sie lieber immer ihren Labortätigkeiten weiter nach, als ob nichts wäre. Als sie sich schließlich doch bequemt, die Tür zu öffnen, ist das Monster derartig verärgert, dass es sie angreift (und vermutlich auch isst oder so was).

Damit der Zuschauer dem nun Folgenden auch problemlos folgen kann, informiert uns ein Textinsert im Stile eines 80er-Jahre PC-Bildschirms über die Zustände der heutigen postapokalyptischen Welt. Das heißt, eigentlich ist die Apokalypse gerade noch im vollen Gang, nämlich die des nuklearen Krieges, der einen derart sauren Regen zu verschulden hat, dass man sich bei Niederschlag lieber einen Unterschlupf suchen sollte, möchte man die Fleischfetzen am Knochen behalten.

5 Gestalten, die gerade durch die Ruinen einer Stadt (im wahren Leben Downtown L.A.)  kraxeln, haben nun eben dieses Problem und flüchten sich vor dem Regen in ein leerstehendes Gebäude. Um dieses Gebäude zu erforschen, teilt man sich in zwei Gruppen, der perfekte Zeitpunkt also, um das heutige Cannon Fodder vorzustellen. Gruppe 1 besteht aus Jake, seines Zeichens Anführer, Kate, Jakes zukünftige Liebste und nicht so sehr auf den Kopf gefallen und Jessie, Computergeek, stilecht mit Brille und null Kampferfahrung. Gruppe zwei sind Butch, der Unsympath und Bianca, die blonde Tittenmaus mit dem Faible für Waffen. Alle zusammen sind sie die Deserteure, geflohen von der Front des nuklearen Krieges. Der Plan lautet nun, so ich ihn den richtig verstanden habe, dass sich die beiden Gruppen jeweils 40 Schritte weit entfernen und dann wieder zurückkommen, um zu berichten, was sie tolles gefunden haben.

Gruppe 1 kommt an ehemaligen Tierkäfigen vorbei, worauf sich ein wunderhübscher Dialog entspinnt, den ich hier mal eben wiedergebe:

Jessie: „Das dient der Versorgung. Durch das Züchten der Tiere werden sie autark.“

Kate: „Das glaub ich nicht, wer denn?“

Jake: „Wieso nicht?“

Jessie: „Na was denn sonst?“

Kate: „Ich fühl mich beschissen!“

Ich lass das jetzt einfach mal so stehen.

Gruppe 2 indes war nicht untätig und hat eine funktionierende Dusche aufgetan. Optimistisch dreht die blonde Bianca einfach das Wasser auf und lässt sich ein wenig berieseln, den sauren Ätzregen völlig vergessend. Eine ausgiebige Duschszene wird uns aber (noch) vorenthalten. Dafür findet Jessie (also Gruppe 1 jetzt wieder) einen Computer und einen menschlichen Kopf auf dem Boden daneben.

Beim gemeinsamen Abendessen wird demokratisch beschlossen, in dem Gebäude auszuharren, bis der Krieg vorüber ist. Dann erst gehen Bianca und Butch zusammen duschen (mit kurzer Softsexeinlage).

Jessie spielt alldieweil am Computer herum und erklärt dem dazu stoßenden Jake, dass es sich bei dem Gebäude wohl um eine Forschungsanlage handelt, in der künstliche Aminosäuren entwickelt wurden.

Nächtens erwacht Jessie, und da er nicht schlafen kann, steht er eben auf. Dabei entdeckt er eine Floppy Disk (das Speichermedium der damaligen zukünftigen Zeit, noch größer als eine Diskette). Darauf gespeichert ist das Tagebuch eines ehemaligen Bewohners der Anlage. Scheinbar sind seine Mitbewohner alle nach und nach verrückt geworden. Doch bevor Jessie den letzten Eintrag lesen kann, in dem deutlich wird, dass auch der Tagebuchführende nicht mehr alle Latten am Zaun hat, geht er lieber einem Geräusch nach und krabbelt dazu in einen Luftschacht, der scheinbar direkt unter dem PC-Schreibtisch seinen Anfang nimmt. Am anderen Ende erwartet ihn das schon aus der Anfangssequenz bekannte Monster.

Frühstückszeit. Jessie liegt überraschenderweise im Bett und schläft, allerdings macht er beim Frühstück keinen allzu gesunden Eindruck. Während sich die anderen noch darüber unterhalten, dass der anhaltende saure Regen ein Anzeichen für den noch immer stattfindenden Krieg ist (wenn der so bald aufhören würde, hättet ihr ja auch nicht desertieren müssen), mutiert Jessie teilweise und verstirbt auf unangenehme Weise. Jetzt ist das Geschrei natürlich wieder groß, vor allem, weil vermutet wird, dass alle mit dem gleichen infiziert sind, was Jessie umgebracht hat. Kate darf sich also an den PC setzen, um herauszufinden, was vor sich geht. Scheinbar wurde mit den künstlichen Aminosäuren versucht, den Menschen so zu verändern, dass er keine Nahrung mehr zu sich nehmen muss. Als Jessie dann etwas frühstückte, hat er sich schlichtweg überfressen. Das man dabei mutiert ist klar.

Die Gruppe entdeckt den Schacht, durch den schon Jessie am Abend zuvor krabbelte. Jake schickt sich an, das unbekannte Terrain zu erkunden, und Butch folgt ihm kurz darauf. Bianca geht in einen Lagerraum, um Waffen zu holen. Statt derer findet sie aber nur einen Erhängten und ein Monster. Kate und Butch, der wohl nicht mehr im Schacht war, eilen ihrem Hilferuf entgegen. Da Bianca körperlich unversehrt erscheint, nimmt Butch die Fährte des Monsters auf (auf allen vieren) und stolpert dabei über einen bewusstlosen Jake (die Baupläne möcht ich mal sehen).

Kate vergleicht Proben von Jessie mit denen des Monsters (das dankenswerterweise ein Häufchen hinterlassen hatte) und stellt fest, dass diese übereinstimmen. Also wurde der Brillenträger wohl von dem Vieh infiziert. Jake unterstellt diesem allerdings keine Tötungsabsicht. Doch bevor er seine Meinung begründen kann stört ein Stromausfall den Frieden. Butch rennt zum Generator, wird dort allerdings von einer Riesenratte angegriffen. Jake will nicht mehr, dass die Gruppe sich trennt und so schließen sie sich zur Krisenberatung in einem Raum ein. Dabei werden zwei Beschlüsse gefasst. Zum einen wollen sie das Monster jetzt doch töten, zum anderen wollen sie versuchen, zu Zivilisten Kontakt aufzunehmen und um Hilfe zu bitten. Der Gang zu den Autoritäten steht ja leider aus fahnenflüchtigen Gründen nicht zur Verfügung.

Butch und Jake machen sich also auf zum Computer, mit dem sie die Kontaktaufnahme versuchen wollen. Da hat aber das Monster wohl etwas dagegen, weswegen es die beiden nicht nur angreift und Butch verschleppt, sondern auch noch den PC kaputt schlägt.

Unterdessen gesteht Bianca Kate, dass sie nur von der Front geflohen ist, weil es dort so viele Ratten gab, und diese könne sie, wie Indiana Jones´ Vater, nun einmal nicht ausstehen. Kaum gesagt, schmeißt sich ihr auch schon eine Riesenratte an den Hals. Kate schaut minutenlang zu und kann sich erst im letzten Augenblick dazu überwinden, helfend einzugreifen. Zur Strafe wird sie dafür in den Hals gebissen. Jake ist wieder da und kann seiner Holden nur noch den Hals verbinden. Dann machen sich Blondie und Jake auf, um Butch zu finden. Dadurch müssen sie natürlich wieder einmal durch den Belüftungsschacht kriechen. Immerhin liegt an dessen Ende Butch, der sich aber genau diesen Zeitpunkt dafür ausgesucht hat den qualvollen Mutierungstod zu sterben. Zu allem Übel greift jetzt auch das Monster wieder an, wodurch sich Jake und Blondie genötigt sehen zu Kate zu fliehen.

Bianca kommt dort als Erste an, sieht sich aber einer mutierten Kate gegenüber. Ein Kampf entbrennt, den Bianca aber durch ein umgeschmissenes Regal (das auf Mutanten-Kate fällt) für sich entscheiden kann. Jake hat es leider nicht soweit geschafft, sondern geriet in des Mutanten-Tiers Klauen. Damit hat Bianca keine andere Wahl als wieder einmal durch den Schacht zu kriechen zum Ablegeplatz für bewusstlose Menschen, denn sie findet dort nun statt Butch Jake. Doch bevor sie diesen erwecken kann, landet sie im Schlund des Monsters. Jake erwacht und kriecht fort von der grausigen Essensszenerie.

Im Zuge seiner  Schleicherei findet er einen Karton voller Injektionen. Diese müssen mit „Anti-Monster-Serum“ beschriftet sein, ich wüsste sonst nämlich nicht, warum Jake auf die Idee kommt, dass ihm das helfen könnte.  Wie wir aber gleich sehen, hat er völlig Recht, denn nach einem kurzen Sprint auf das Monster und einer Spritze, die er ihm ins Fleisch rammt, bricht das Tier zusammen. Aber es ist nicht tot, es schenkt einem Monsterbaby das Leben. Das sieht jetzt allerdings überhaupt nicht aus wie das ursprüngliche Mutantenwesen, sondern erinnert ein wenig an das Zombiebaby aus „Braindead“. Und weil Babys ja so furchtbar schwer zu besiegen sind, vor allem, wenn die einzige Attacke aus einem leicht abzuwehrenden Sprung an die Kehle besteht, dauert dieser Kampf auch nochmals minutenlang, ehe Jake sich entschließt, das Balg zu erdrosseln. Damit wäre dieser Film zu Ende. Doch halt, ganz zum Schluss regt sich das Baby doch noch…

„Creepozoids“ kommt mit einer Laufzeit von knapp 72 Minuten um die Ecke, ist daher also nicht wirklich eines der längsten Filmwerke der Geschichte. Dennoch wirkt er unheimlich repetitiv und gestreckt. Das liegt vermutlich vor allem am Drehbuch. 5 Menschen kommen in ein verlassenes Forschungslabor und werden dort von einem Wesen nacheinander um die Ecke gebracht. Da lässt sich einfach nicht so viel erzählen, vor allem dann nicht, wenn man nur Figuren aus dem Baukasten hernimmt. Außerdem werden viele Dinge einfach nicht aufgeklärt. Erst heißt es, dass Monster will nicht töten (Jessie ist ja auch eher aus Versehen gestorben), dann aber wird beschlossen, dass das Monster doch eher ein Böses ist, das die Menschen absichtlich mutieren lässt. Das passt nicht zusammen, und es scheint, als wäre anfangs ein anderer Weg für das Script angedacht gewesen. Und die Dialoge („Ratten, ich kann sie riechen!“) sind oftmals herzlich blöde und unterhaltend.

Der Deserteur-Ansatz war dafür zwar etwas, das ich noch nicht so häufig gesehen habe, aber das und die paar Sprüche (zum Beispiel bei der Motivationsrede Jakes) können eben nicht die sich ständig wiederholenden Szenen überbrücken. Und davon gibt es nicht wenige. Sei es der eine Luftschacht, durch den ständig gekrabbelt werden muß, oder dass es vier Sitzungen vor dem Computer braucht, bevor man endlich mal vernünftige Informationen aus dem Ding holen kann. Und wiederholen sie sich nicht, dann sind sie ewig lange ausgewälzt. Vor allem der Schlusskampf gegen das Monsterbaby ist überbordend lange, wenn man bedenkt, dass es keine wirkliche Offensivattacke besitzt. Da hat Regisseur und Drehbuchmitautor David DeCoteau, bekannt als B-Movie-Regisseur („Puppet Master III“, „The Pit And The Pendulum“) gleich zweimal danebengehauen.

Der Monstersuit watschelt ziemlich lächerlich umher, weswegen es für den Großteil des Films wohl nur aus dunklen Ecken angreifen darf. Im Finale ließ es sich wohl nicht mehr vermeiden, das Monster ein bisschen mehr zu zeigen. Darum watschelt es da unbedrohlich durch die Gänge. Das Monsterbaby sieht aus wie eine unsympathische Puppe, hat aber nur eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit.

Der Musik war ich aber schon ziemlich zugetan. Es klingt wie ein Videospiel aus den 80ern.

Linnea Quigley ist wohl der bekannteste Name im Cast. Vor „Creepozoid“ war sie schon in B-Heulern wie „Summer Camp“, „Silet Night, Deadly Night“ oder auch „The Return of the Living Dead“, und sie scheut auch nicht davor zurück, nackte Tatsachen zu zeigen. Dummerweise ist mir erst am Ende klar geworden, dass ihr Charakter „Bianca“ heißen soll. Der guten Synchronisation sei Dank hab ich es immer nur als „Blanca“ verstanden. Übrigens ist Frau Quigley noch bis heute aktiv.

Ken Abraham („Butch“) war nach „Creepozoids“ noch in einer Handvoll Filmen (z.B. „Hopgoblins“), dann, nachdem er sich noch eine Weile im TV-Fach verdingte, wechselte er in den Editorbereich. Nun schneidet er also vor allem für MTV-Serien („Jersey Shore“, „Disaster Date“ usw.).

Ashlyn Gere („Kate“) ist die Letzte im Cast, die noch auf so etwas wie eine Karriere zurückblicken kann. Bis 2003 hatte sie ein geregeltes Auskommen mit Direct-to-Video-Filmen („Stripper Wives“, „Sorority Sex Kittens 2“)

Qualitativ sind die Leistungen aller Schauspieler in dem Film nicht zu überschätzen.

Der Film ist nicht gut, aber das hatte ich auch nicht erwartet, als ich ihn mir ausgesucht habe. Dummerweise ist der Film aber auch nicht sehr unterhaltend, eben weil alles so wiederholend und ewig gestreckt wirkt. Schade, denn es hätte ein wirklich unabsichtlich-witziger Mutantenfilm werden können (man denke nur an die Dialoge). So allerdings ist es eher ein ödes Geschmodder.

Übrigens, wer gut aufpasst, kann auf dem PC-Bildschirm Namen von B-Movie-Größen erkennen.

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - Juni 18, 2013 in Filmtagebuch

 

Schlagwörter: , , , ,

Kais Serientagebuch, „Grimm“ (USA, seit 2011)

Kais Serientagebuch, „Grimm“ (USA, seit 2011)

Ostern war und ich eine Woche lang nicht zu Hause, jetzt alles vorbei, ich bin wieder da, und es wird Zeit für einen Tagebucheintrag. Da ich aber noch nicht meine Ostererrungenschaften schriftlich gewürdigt habe, erst einmal einen älteren

So, da nun auch die Staffel der zweiten neu von  mir begutachteten Serie vorbei ist, werde ich auch diese mit einem Tagebucheintrag würdigen.

In „Grimm“ geht es darum, dass ein Detective der Portlander Polizei feststellt, dass er ein Nachfahre der Familie Grimm ist. Das Besondere daran ist die Tatsache, dass er als solcher merkwürdige Fabelwesen erkennen kann, die für andere wie ganz normale Menschen aussehen. Nach und nach entdeckt er, dass es nicht einmal wenige dieser sogenannten „Wesen“ gibt, die sich aber größtenteils auch in die menschliche Gesellschaft integriert haben. Des Weiteren freundet er sich noch mit einem „Blutbad“ an, einer Wolfsgestalt, die aber vegetarisch lebt.

Die erste Staffel war bis jetzt zwar größtenteils nur eine „Monster-of-the-week“ angehauchte Serie, aber es lassen sich auch Teile einer größeren Geschichte erkennen. So bleibt die Rolle des Vorgesetzten von Nick Burkhardt, so heißt der Detective, noch im Unklaren. Er scheint ein hohes Tier in der Wesen-Welt zu sein, aber er agiert scheinbar nicht ganz im Einklang mit dieser. Auch die Wesenwelt selbst wird nur rudimentär beschrieben, so gibt es wohl irgendwelche 7 Königshäuser und eine Resistance, die sich dem ganzen entgegen stellt. Und auch der Tod der Eltern von Nick ist noch ungeklärt. Das alles lässt noch Spielraum für eine weit verwickeltere Geschichte, als dies anfangs den Anschein hat, und ich bin mir sicher, dass den Schreiberlingen da auch noch was dazu einfällt. Immerhin sind die Schöpfer von „Grimm“ erfahrene Serienveteranen, die zum Teil bei Buffy mitgewirkt haben  (einer hat sogar das Screenplay zu Oceans Eleven geschrieben).

Der wichtigste Teil bei einer solchen Mystery-Monster-Serie ist natürlich das Aussehen der Kreaturen. Da haben sich die Macher keine Blöße gegeben, alle Wesen wirken zwar nicht unbedingt wie eine realistische Verschmelzung von Tier und Mensch, sind aber hübsche Augenschmankerl. Vor allem bei einer Spinnenfrau sieht das dann auch noch schön eklig-gruselig aus, zumindest wenn man keine Spinnen mag. Und auch die Umgebung, in der das ganze spielt, hat einiges zu bieten. Ich hätte nicht gedacht, dass man in Portland so tolle Waldaufnahmen machen kann.

Die Darsteller sind relativ unbekannt und größtenteils auch noch nicht in größeren Filmen aufgefallen. Der Hauptdarsteller David Giuntoli hatte bislang wohl nur eine etwas größere Rolle in „Privileged“, seine Serienfreundin Bitsie Tulloch kleinere Rollen in „Lakeview Terrace“ und „The Artist“. Der undurchsichtige Vorgesetzte wird gespielt von Sasha Roiz, den „It´s alsways sunny in Philadelphia“-Fans aus der High School Reunion-Folge kennen könnten (er ist der Chef der Beliebten). Er spielt seine Rolle ziemlich gut, und auch ziemlich ambivalent. Mal wirkt er bedrohlich, mal wie ein Verbündeter. Besonders hervorheben möchte ich aber Silas Weir Mitchell, der den Vegetarier-Wolf mimt. Ein sehr sympathischer Kerl, der auch gerne mal seine Sprüche losläßt. Ich hab mich immer gefreut, wenn er eine größere Rolle in einer Folge hatte. Er spielt übrigens in „My name is Earl“ den ehemaligen Knastkumpel Donny Jones.

Zum Schluß noch eine Tatsache, die mich immer sehr unterhalten hat: Die ganzen mythologischen Begriffe und Bezeichnungen der Wesen sind deutsche Kunstwörter. So heißt die wolfartige Rasse Blutbad, es gibt aber auch noch Bauerschwein, Spinnetod, etc.  Darum werden die ganzen ja auch unter dem Oberbegriff „Wesen“ bezeichnet, wobei mir erst nach ein Paar Folgen aufgefallen ist, dass es das deutsche „Wesen“ sein soll. Die sprechen das alles sehr seltsam aus, ist aber darum auch noch einmal sehr unterhaltend. In der deutschen Synchro werden diese Spielereien aber vermutlich untergehen. Es sei denn vielleicht, die sprechen das mit einem lustigen Dialekt aus.

Wem „Once Upon A Time“ zu schnulzig ist, aber dennoch eine sehr lose auf Märchen basierende Serie sehen will, der kann „Grimm“ ja mal eine Chance geben. Es geht hier wesentlich actionorientierter zu.

Edit: Mittlerweile hab ich auch schon die erste Hälfte der zweiten Staffel gesehen und ich erkenne mit Wohlwollen, dass sich die Hintergrundgeschichte um die adeligen Wesenfamilien immer mehr verdichtet. Aber ich will ja jetzt nicht spoilern, ich will, dass ihr das selber anschaut.

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - April 10, 2013 in Serientagebuch

 

Schlagwörter: , , , ,

Kais Filmtagebuch, „Mega Shark vs Crocosaurus“ (USA, 2010)

Kais Filmtagebuch,  „Mega Shark vs Crocosaurus“ (USA, 2010)

Ich habe also nun endlich den Film gesehen, den Andi mir schon vor längerer Zeit empfohlen hatte, und ich muß sagen, der Film ist Schwachsinn hoch 7. Aber dafür unterhaltsam.

Interessant sind die Entstehungsgeschichten der Monster. Das Riesenkroko wurde aus Versehen im Kongo ausgegraben (das hat da wohl ähnlich überlebt, wie die Riesenschlange in „New Alcatraz aka Boa 2″…oder „Python 2“, eins von beiden…). Der Riesenhai schwimmt halt im Ozean herum. Okay, da gab es mal einen Teil davor, „Mega Shark vs Riesenoktopus“, den ich nicht gesehen habe, aber ich bezweifle, dass da viel mehr wert gelegt wurde auf Story und sinnvolle Erklärungen als hier.

Ebenfalls interessant ist das Aussehen der Riesenviecher. Diese sind nämlich komplett am Computer generiert und sehen einfach grottig aus. Immerhin schwächt sich das ein bisschen ab, wenn es zu Unterwasserszenen kommt, da dort alles unscharf gezeigt wird. Doch vor allem am Anfang gibt es weniger Unterwasseraufnahmen, was überraschend ist, da der Hai relativ früh ein Kriegsschiff angreift. Der spielt aber scheinbar gern mit seinem Essen, denn anstatt haitypisch von unten zu attackieren, springt er lieber drei- bis viermal über das Schiff und zerschlägt Munitionsdepots und Waffen mit seiner Schwanzflosse.

Das Krokodil agiert dagegen eher behäbig. Es setzt immer die gleichen drei Animationen ein, um Menschen zu fressen. Meistens wirkt es allerdings eher so, als würde es amüsiert die wegrennenden Menschen beobachten. Das Krokodil wird erst ein wenig beweglicher, wenn es gegen den Riesenhai kämpft, und auch da zieht es scheinbar den Kürzeren.

Ich sage scheinbar, denn den Ausgang des ersten Gefechtes der beiden muß man sich selbst zusammenreimen, wir bekommen das nicht wirklich zu sehen. Und das liegt an dem fürchterlichen Schnitt. So wiederholen sich nicht nur die Monsteranimationen oftmals, sondern auch einzelne Szenen wegrennender Menschen, startenden Luftgeschwadern, Hubschraubern und ähnlichem. Da hatte man wohl nicht genügend Geld, alles öfter zu drehen. Oder aus anderen Filmen rauszukopieren, denn die Massenpaniken wurden offenbar schon in anderen Filmen verwendet.

Doch nicht nur Szenenwiederholungen, sondern auch das Fehlen von Sequenzen hindert den Zuschauer manchmal, den Film direkt nachzuvollziehen. So sitzen die drei Protagonisten in einer Szene in einem Hubschrauber und im nächsten Moment sind sie schon auf der Brücke des Kriegsdampfers, mit dem sie eben noch gefunkt haben. So muß man für einen Riesenmonsterfilm ungewöhnlich aufpassen und mitdenken .

Als Protagonisten haben wir übrigens einen Hydroakkustikingenieur, der mit einem tollem Gerät Laute von sterbenden Fischen nachmachen kann (die machen das nämlich), und somit Haie anlocken kann. Irgendwie soll es die dann auch fernhalten können, aber das funktioniert im ganzen Film nicht. Dafür kann man aber mit ihr einen Vulkan in die Luft jagen. Das ist nicht  verwunderlich, denn der Schauspieler hat ja schon eine Persönlichkeistveränderungsmaschine gebaut, mit dem er sich von Steve Urkel in den coolen Stefano verwandeln konnte. Ganz recht, Steve Urkel bekämpft hier einen Riesenhai.

Den Spezialisten für den Crocosaurus stellt hier einen Dschungelfreund dar, der Hauptberuflich die bösen Geister afrikanischer Stämme vertreibt. Oder so tut als ob. Ein großer Sympathieträger, der auch gern mal Kinder zum Spaß seine Knarre unter die Nase hält (ich mein seine Waffe, ihr Bären).

Als drittes wäre da noch irgendein weiblicher Specialagent, der es schafft, erst mit einem Hubschrauber abzustürzen, sich dabei so zu verletzen, dass sie nicht mehr laufen kann und dann 5 Minuten später mit dem Hubschrauber die beiden anderen wieder abholt. Diese wiederum sollten eigentlich Hilfe holen, aber fanden es dann doch besser, einen Zeitlupensprint zum Strand zu machen und Krokodile zu beschießen.

Das Holoarztprogramm der Voyager gibt sich in dem Film übrigens als US-Admiral mit Vorliebe für Zigarren.

Jetzt hab ich viel zu viel geschrieben, und doch noch nicht alles erwähnt (zum Beispiel die Australierin, die sich vor Krokodilen in Sicherheit bringen will, indem sie ins Wasser läuft). Es macht auf jeden Fall Spaß, den Film einmal anzuschauen. Es kommt keine Langeweile auf, da ständig etwas passiert, und wenn nichts passiert, dann gaukelt es einem die dramatische Musik vor. Die Leute verhalten sich unterhaltsam dämlich, Atomkraftwerke können aus Stromleitungen in nullkommanix Lichtbögen erstellen und zum Schluss sind Orlando, Panama und Hawaii zerstört. Ich freu mich schon auf den Nachfolger „Mega Shark vs Mecha Shark“ und hoffe, ihr habt ebenso viel Spaß beim Schauen wie ich.

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - März 14, 2013 in Filmtagebuch

 

Schlagwörter: , , ,